Lesestoff

Ein Buch, welches ich gerade lese und mich beeindruckt, ist der Roman Wolgakinder von Gusel Jachina.

Das liegt vor allem an Jachinas Liebe zum Detail, ihrem Einfallsreichtum und der bildreichen Sprache. Faszinierent sind die Exkursen über die Geschichte der Russlanddeutschen, die die Autorin als Hintergrund für ihre Romanhandlung gewählt hat. Die Handlung beginnt mit dem Wolgadeutschen Jakob Iwanowitsch Bach, der sich in seine Schülerinnen verliebt und in Einsamkeit mit ihr zusammenlebt, bis sie vergewaltigt wird und bei der Geburt des aus diesem Gewaltakt entstandenen Kindes stirbt. Bach verschlägt es im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache, doch er nimmt seine neue Verantwortung an, was für ihn die absolute Selbstaufgabe bedeutet. Geschickt setze Jachina diesen tatsächlichen Vater in Kontrast zu einer prominenten Nebenfigur - Stalin, der sich gerne als ?Vater der Völker? bezeichnete.

Im Shop gibt es eine Leseprobe. Wer sie gedruckt zugesendet haben möchte, füllt dort einfach das Formular ?Frage zum Titel? aus.

Ihr Jens Falk