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Das Leben der Russlanddeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg im Spiegel ihres Schrifttums. War der weite Weg vergeblich?

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Unter der Zarin Katharina der Großen, einer deutschen Prinzessin, begann Mitte des 18. Jahrhunderts der große Zuzug von hunderttausenden Menschen aus allen deutschen Landen, teils weil die russische Regierung große Freiheiten für bedrängte Angehörige religiöser Minderheiten (Wiedertäufer, Mennoniten) gewährte, teils weil sie den weiten russischen Raum mit den Kenntnissen und Fähigkeiten der Deutschen erschließen und modernisieren wollte und daher wesentliche Erleichterungen bei den Steuern und im Militärdienst versprach. Zwar gab es auch die sprichwörtlichen potemkinschen Dörfer, vieles bewährte sich jedoch und brachte die Deutschen mit ihren russischen, ukrainischen, tartarischen oder kaukasischen Nachbarn zu überraschendem Gedeihen; 1914 lebten 2,5 Millionen Deutsche in Russland.

Doch begannen Neid und Missgunst vieles zu zerstören; der kollektive Vorwurf der Kommunisten an alle Deutschen, staatsfeindliche Faschisten zu sein, brachte die meisten ab 1941 um ihr Hab und Gut, um das reiche kulturelle Erbe, viele Zehntausende um ihr Leben und fast alle um die schulische Ausbildung in der deutschen Muttersprache.

Ingmar Brantsch hat die Zeit vor und nach dem katastrophalen Jahr 1941 sowohl kenntnisreich wie auch sehr gut lesbar auf wenigen Seiten beschrieben. Nach einer notwendigen Einführung in die geschichtlichen Zusammenhänge werden 15 Schriftsteller mit ihrem Leben und Werk vorgestellt, wobei eine besondere Unterscheidung dabei getroffen wird, ob sie noch die deutsche Grundschule besucht haben oder nicht. Sie alle haben ihr Schicksal gemeistert, sind daran nicht zerbrochen, sondern haben den Lesern ihrer Volksgruppe Lebensmut gegeben. Wie sie das unter den in Mitteleuropa lange Zeit unbekannten Umständen zustande gebracht haben, kann nur bewundert werden.
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