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Gertrud von le Fort

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Gertrud von le Fort

Gertrud von le FortGertrud Auguste Lina Elsbeth Mathilde Petrea Freiin von le Fort (* 11. Oktober 1876 in Minden; † 1. November 1971 in Oberstdorf) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Gerta von Stark und Petrea Vallerin.

Leben

Gertrud von le Fort stammte aus dem hugenottischen Adelsgeschlecht le Fort und verbrachte ihre Kindheit auf dem Familiengut Boek, heute Ortsteil von Rechlin an der Müritz in Mecklenburg, sowie in verschiedenen Garnisonsstädten, in denen ihr Vater Lothar von le Fort, ein preußischer Oberst, tätig war. Bis zum 14. Lebensjahr wurde Gertrud von le Fort im Elternhaus privat unterrichtet, zum Teil durch den Vater anhand des Familienarchivs. Erst anschließend besuchte sie eine öffentliche Schule. Nach dem Tod des Vaters als Großherzoglicher Kommissar für Polizeiangelegenheiten in Ludwigslust (1902) unternahm Gertrud von le Fort einige Reisen ins europäische Ausland. Entscheidende Bedeutung für ihr weiteres Leben und Werk hatte ein Aufenthalt in Rom 1907.

Seit 1908 studierte sie in Heidelberg, Marburg und Berlin evangelische Theologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie, unter anderem als Schülerin Hans von Schuberts und des Religionsphilosophen Ernst Troeltsch, dessen Glaubenslehre (1925) sie posthum nach eigenen Vorlesungsmitschriften herausgab. Mit Kriegsbeginn 1914 siedelte die Familie von Ludwigslust nach Boek an die Müritz. Ihr jüngerer Bruder Stephan von le Fort erbte 1914 das Gut Boek. Wegen seiner Beteiligung am Kapp-Putsch 1920 wurde das Gut enteignet.

Nach Erwerb eines Hauses lebte Gertrud von le Fort seit 1922 in Baierbrunn bei München. Sie suchte, stark von der katholischen Kirche angezogen, in ihren religionsphilosophischen Studien Klärung ihrer konfessionellen Zugehörigkeit, veröffentlichte den Gedichtzyklus Hymnen an die Kirche (1924) und konvertierte 1926 in Rom zur katholischen Kirche. Gertrud von le Fort wird als deutsche Vertreterin des Renouveau catholique gesehen.

Von Baierbrunn aus unternahm Gertrud von le Fort zahlreiche Reisen nach Italien und hielt seit 1933 Vortragsabende in der Schweiz wie auch in Deutschland. Ihre Vorstellungen von einem „christlichen Heiligen Deutschen Reich“ und dem Katholizismus standen in krassem Gegensatz zur Ideologie des Nationalsozialismus. Trotzdem konnte sie 1938 ihren Roman Die Magdeburgische Hochzeit im Insel Verlag publizieren. Im Jahr 1939 übersiedelte Gertrud von le Fort nach Oberstdorf im Allgäu, wo sie bis zu ihrem Tode 1971 lebte. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof an der Trettachstraße in Oberstdorf.

Wirken

Gertrud von le Fort entwickelte sich zu einer der bedeutendsten katholischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, die unter anderem mit Paul Claudel, Hermann Hesse, Reinhold Schneider, Friedrich Gogarten und Carl Zuckmayer in Verbindung stand.

Im Zentrum ihrer Romane, Novellen, Erzählungen und Lyrik stehen Glaubensfragen in meist historischen Stoffen; die römisch-katholische Kirche erscheint als Mittlerin und als sittliche Ordnungsmacht. In ihrem Werk geht es von le Fort um die persönliche Glaubensentscheidung, um den Sinn von Leid und Opfer, um die Auseinandersetzung der Kirche mit Unglauben und menschlicher Schwäche sowie um psychologische Darstellungen seelischer Entwicklungen, besonders der Frauen.

1928 publizierte sie ihr bekanntestes Werk Das Schweißtuch der Veronika, dessen Fortsetzung sie 1946 unter dem Titel Der Kranz der Engel veröffentlichte. In Die Letzte am Schafott (1932) beschrieb sie das Schicksal der Märtyrinnen von Compiègne, sechzehn Karmelitinnen, die in der Französischen Revolution auf der Guillotine hingerichtet wurden. Georges Bernanos (1888–1948) dramatisierte den Stoff unter dem (deutschen) Titel Die begnadete Angst (1948); dieses Stück wiederum diente als Vorlage für die Oper Dialogues des Carmélites von Francis Poulenc. Weitere Werke Gertrud von le Forts sind die Hymnen an die Kirche (1924), Hymnen an Deutschland (1932), Die ewige Frau (1934), Die Magdeburgische Hochzeit (1938) und Am Tor des Himmels (1954).

Quelle: Seite „Gertrud von le Fort“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Oktober 2016, 15:11 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gertrud_von_le_Fort&oldid=158890403 (Abgerufen: 1. Dezember 2016, 09:33 UTC)